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Weltagrarbericht als Basis für eine nationale Landwirtschaftspolitik

ZEIT-FRAGEN:  
rt. Die weltweite politische Kehrtwende in der Energie-, der Klima- und der Verkehrs­politik in den vergangenen Jahren zeigt, dass es in nur wenigen Monaten möglich sein kann, politische Koordinaten neu zu setzen, Umsetzungspläne auszuarbeiten und riesige Investitionen für ein neues Ziel auf den Weg zu bringen. Voraussetzung dafür ist ein politischer Wille.
Die Zusammenstellung von Gotthard Frick ist hilfreich, um die Probleme der Schweizer Landwirtschaft in den globalen Kontext einzuordnen. Wie wird sich die Welt entwickeln, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für unsere Landwirtschaft? Die derzeitige Agrarpolitik macht nicht den Eindruck, dass sie auf die längerfristigen Bedürfnisse der Bevölkerung angelegt ist. Man meint sogar, sie diene nur dazu, Steuergelder einzusparen und in den Verhandlungen mit der EU, der WTO oder über TTIP als Verhandlungsmasse für etwaige Zugeständnisse in anderen Wirtschaftsbereichen (Finanzen, Pharma usw.) herzuhalten.
2008 sorgte der Weltagrarbericht (International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development IAASTD) für grosses mediales Aufsehen. Dieser Bericht, der von über 400 Autoren aus 86 Ländern auf breiter wissenschaftlicher Basis im Rahmen der Uno und Weltbank erstellt wurde, hält fest, dass es möglich ist, die Weltbevölkerung über eine hauptsächlich regionale, kleinbäuerliche und familiäre Landwirtschaft zu ernähren, ohne dabei die Umwelt weiter zu schädigen (http://www.weltagrarbericht.de/).
Die Autoren des Berichts verdeutlichen, dass es ein Irrtum ist zu glauben, dass die Probleme der Welternährung und der Arbeitslosigkeit einzig über eine industrialisierte Landwirtschaft zu lösen sind. Besonders die Länder der Dritten Welt leiden unter den Folgen einer von der «Ersten Welt» globalisierten und industrialisierten Landwirtschaft. Auch für die Bevölkerung in der sogenannt Ersten Welt ist die Abhängigkeit von ausländischen, zum Teil überseeischen, industriell und gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln keine Option mehr. Ernährungssouveränität muss wieder ein lohnenswertes Ziel staatlicher Landwirtschaftspolitik werden. Eine politische Kurskorrektur steht immer noch aus. Der Weltagrarbericht zeigt realisierbare Möglichkeiten dazu auf. •

Quelle: http://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2017/nr-2930-21-november-2017/weltagrarbericht-als-basis-fuer-eine-nationale-landwirtschaftspolitik.html

siehe auch von G. Frick: Landwirtschaftspolitik muss globale Entwicklungen berücksichtigen

Zur Gesetzgebung über die Schweizer Landwirtschaft wird hier nicht Stellung bezogen. Anscheinend kann unser Boden schon heute nur 55 % unseres Bedarfs decken. Dagegen sollen mittel- und längerfristige Entwicklungen der Welt skizziert werden, die von der Schweizer Landwirtschaftspolitik berücksichtigt werden müssten. Die Daten der verschiedenen internationalen Quellen weichen leicht voneinander ab. Hier werden gerundete Grössenordnungen verwendet. Zu den grossen Themen können nur einzelne punktuelle Beispiele gegeben werden. Es wird mit den Schlussfolgerungen angefangen………

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