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USA verstärken die Präsenz von Spezialeinsatzkräften an russischer Grenze

ZEIT-FRAGEN  von Peter Korzun

Der Einsatz von US-Spezialeinsatzkräften in Europa steht nie im Rampenlicht, nimmt jedoch rasch zu. Es kann keinen anderen Zweck geben als den Erwerb der Fähigkeit, Schläge bis tief in das russische Territorium auszuführen. 

Die Trump-Administration stützt sich stark auf Spezialeinsatzkräfte (Special Operations Forces SOF). Sie werden in 137 Ländern oder 70 % der Länder in der Welt eingesetzt. Mindestens 8000 SOF sind zu jedem gegebenen Zeitpunkt in rund 80 Ländern tätig. Die Zahlen sind in die Höhe geschossen: von einigen Tausenden in den achtziger Jahren auf momentan 70 000. Im Jahr 2016 entsandten die USA Spezialkräfte nach Taiwan, in die Mongolei, nach Kasachstan, Tadschikistan, Afghanistan, Nepal, Indien, Laos, auf die Philippinen, nach Südkorea und Japan. Im Jahr 2006 waren 3 % der im Ausland eingesetzten Spezialkräfte in Europa tätig. Im Jahr 2016 überstieg die Zahl 12 %.
Es wurde kürzlich viel über SOF-Operationen in Afrika gesagt, die sich ausweiten und intensivieren werden. Offiziell sind sie in der Ausbildung tätig und unterstützen Missionen, um terroristischen Bedrohungen zu begegnen. Aber man kann sich kaum vorstellen, dass solche Spezialeinheiten aus Übersee eingesetzt werden müssen, um Terroristen auf dem Alten Kontinent zu bekämpfen.
Die Vereinigten Staaten haben im vergangenen Jahr die Präsenz von SOF in Europa um das Vierfache erhöht. Die Streitkräfte werden hauptsächlich in der Nähe der russischen Grenzen stationiert, darunter Länder wie die baltischen Staaten, Rumänien, Polen, die Ukraine und Georgien. Im Jahr 2017 wurden SOF in mehr als 20 europäische Länder gesandt.
Im März trainierten SOF (Army Green Berets) mit lokalen Truppen während der Übung Northern Griffin 2017 in Lappland, Finnland. Im Mai waren Navy SEALs Teil der Übung Flaming Sword 17 in Litauen. Im Juni trainierten Mitglieder der US-amerikanischen 10. Special Forces Group in der Nähe von Lubliniec, Polen. Im Juli nahmen Marine-SOF an der jährlichen Militärübung Sea Breeze in der Ukraine teil. Im August überprüften Special-Tactics-Combat-Controller der 321. Special Tactics Squadron die zweispurige Autobahn, entschärften den Luftraum und übten die Führung und Kontrolle auf dem Boden und in der Luft aus, um A-10s von der 104. Jäger-Staffel der Maryland Air National Guard auf der Jägala-Käravete Autobahn in Estland zu landen. Ebenfalls im August nahmen SOF an der Übung Noble Partner in Georgien teil.
Major Michael Weisman, ein Sprecher des US Special Operations Command Europe, sagte: «Ausserhalb von Russland und Weissrussland trainieren wir mit fast jedem Land in Europa entweder bilateral oder durch verschiedene multinationale Veranstaltungen.»


Im April und Mai 2017 nahmen Vertreter von Spezialeinsatzkräften der Marine des US-Sondereinsatzkommandos zusammen mit Spezialtruppen der Nato aus Albanien, Bulgarien und Litauen an der Übung Sabre Junction 17 im Joint Multinational Readiness Center in Deutschland teil. Die Ukraine und Georgien gehörten zu den teilnehmenden Ländern. Zusätzlich zur Integration der US-SOF wurde eine fingierte Widerstandskraft in die Übung durch den Einsatz der litauischen nationalen Freiwilligen-Verteidigungskräfte eingeführt.
Amerikanische Kommandos wurden leise in den baltischen Staaten stationiert. Dutzende von Sondereinsatzkräften der Vereinigten Staaten haben dort eine «anhaltende» Präsenz, um Spezialkräfte auszubilden.
In diesem Jahr wurde eine Gruppe der Spezialkräfte der US-Nationalgarde mit Sitz in Birmingham, Alabama, damit beauftragt, die russische Sprache, einschliesslich militärischer Terminologie, sowie Geschichte, Kultur und Traditionen zu erlernen, in einer, wie es aussieht, Vorbereitungsphase eines möglichen Einsatzes in Übersee. Dies ist der Beginn eines Fünfjahresprogramms zur Vorbereitung der Sondereinsatzkräfte der Nationalgarde. Der Sprachkurs dauert voraussichtlich drei bis sechs Wochen. Er beinhaltet militärische Terminologie und die praktische Anwendung von Befehlsbegriffen. Darüber hinaus sollen die Dozenten einen Überblick über die regionale Kultur geben, einschliess­lich wichtiger Daten und Persönlichkeiten.
Die SOF werden in der Nähe von Russ­lands Grenzen unter dem Vorwand eingesetzt, die Alliierten zu verteidigen, die Angst vor einer möglichen «russischen Aggression» haben. Wenn dies der Fall wäre, würden sie nach allgemeinen Einsatzkräften fragen wie Armeeeinheiten, die mit defensiven Waffensystemen ausgestattet sind, um ihre Grenzen zu schützen. Sie würden keine Sondereinsatzkräfte benötigen, die wie die US-Marines in Norwegen offensive Einheiten sind. Um Kräfte für die Abwehr von Angriffen des Gegners vorzubereiten, benötigt man Instruktoren, die auf Verteidigungsoperationen spezialisiert sind, nicht SOF. Was SOF und Marines lehren können, ist die Kunst, Erstschläge auszuführen. Ihr Einsatz in Europa steht nie im Rampenlicht, aber er nimmt rapide zu. Es kann keinen anderen Zweck geben als den Erwerb der Fähigkeit, Schläge bis tief in das russische Territorium auszuführen.    •

Quelle: www.strategic-culture.org/news/2017/11/03/us-boosts-special-operations-forces-presence-at-russia-border.html  vom 3.11.2017

(Übersetzung Zeit-Fragen)http://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2017/nr-2930-21-november-2017/usa-verstaerken-die-praesenz-von-spezialeinsatzkraeften-an-russischer-grenze.html

Kategorien:Nachrichten
  1. Kleiner Grauer
    25. November 2017 um 08:43

    Als die NATO in den baltischen Ländern eine gaaanz geheime Fluss Überquerung geübt hat, war das live im russischen Fernsehen übertragen worden.
    Die SOF haben das noch nicht geschafft, also nicht im russischen Fernsehen, im US Medien Sumpf!

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