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NATO: Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage

11. November 2017
NATO: Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage
Eigentlich hatte die NATO bereits mit dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes ihre Daseinsberechtigung verloren. Das angebliche Verteidigungsbündnis sah sich keiner realen Bedrohung mehr gegenüber. Grund genug, die Flucht nach vorn anzutreten.

von Zlatko Percinic

Mit dem Ende des Kalten Krieges und der Auflösung der Sowjetunion hatte auch das transatlantische Militärbündnis NATO eigentlich sein Existenzrecht verloren. Seit diesem Zeitpunkt befindet sich die Allianz in einer existenziellen Krise und sucht ständig nach Wegen und Rechtfertigungen für ihr weiteres Bestehen. Anfänglich als reines Militärbündnis einiger westlicher Staaten gegen die vermeintliche oder tatsächliche Gefahr gegründet, die vom östlichen Gegenstück, dem Warschauer Pakt, drohte, stand man Anfang der 1990er Jahre plötzlich ohne Gegner da. „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“, heißt es in Shakespeares Drama Hamlet, was ebenso auf das Drama innerhalb der NATO übertragen werden kann.

Eine Rede des damaligen NATO-Generalsekretärs und ehemaligen deutschen Verteidigungsministers Manfred Wörner vom 17. Mai 1990 in Bremen ist dabei höchst aufschlussreich:

Wenn wir beide Teile unserer historischen Mission erfüllen sollen, dann müssen wir eine absolut starke, konstruktive Partnerschaft zwischen den zwei größten westlichen Organisationen haben: die Atlantische Allianz und die Europäische Gemeinschaft. In dieser Phase der Geschichte brauchen wir mehr denn je einen gemeinsamen Zweck, Stabilität und Kooperation mit den Vereinigten Staaten. Ohne die Atlantische Allianz kann es keine Kohäsion und Einigkeit in der freien Welt geben, keine transatlantische Partnerschaft, keine Sicherheit und Stabilität. Ohne die Europäische Gemeinschaft kann es keine engere Union der europäischen Nationen geben, keine wirtschaftliche Prosperität und keine kreative Dynamik. Die Atlantische Allianz und die Europäische Gemeinschaft sind keine Rivalen. Sie sind Ergänzungen. […] Die Atlantische Allianz hat ein Interesse an einem stärkeren und geeinteren Europa, bis wir eine politische Union haben, inklusive einer europäischen Verteidigungs-Identität innerhalb des atlantischen Rahmens. […] Wir sind bereits in einem Prozess, wo wir unsere Strategien und die Aufgaben der Allianz untersuchen, und diese den veränderten Umständen anpassen. Doch es kann niemand von uns erwarten, den Kern der NATO zu berauben: die Sicherheitsfunktion und das Verhindern von Krieg. Unsere Strategie und unsere Allianz sind ausschließlich defensiv. Sie bedroht niemanden, weder heute noch morgen. Wir werden niemals die Ersten sein, die unsere Waffen benutzen. Wir sind für eine radikale Abrüstung bereit, bis zum untersten Level, das wir für die Garantie unserer Sicherheit benötigen. Das gilt auch für ein vereintes Deutschland in der NATO. Die Tatsache, dass wir bereit sind, keine NATO-Truppen hinter das Gebiet der Bundesrepublik zu entsenden, gibt der Sowjetunion feste Sicherheitsgarantien.

Die NATO in ihrer heutigen Form entspricht allerdings schon längst nicht mehr dem Geiste der Gründungsakte aus dem Jahre 1949. Noch 1990 betonte Generalsekretär Wörner, dass die „Allianz ausschließlich defensiv ist“, dass „sie niemanden bedroht“ und schon gar nicht als „Erste […] Waffen benutzen“ wird. Auch eine Osterweiterung kam zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage, um „der Sowjetunion feste Sicherheitsgarantien“ zu geben. Die politische Konsolidierung der Europäischen Gemeinschaft und Integration eines vereinten Deutschland in die Allianz sollten die abschließenden Akte dieses Dramas sein. Die NATO sollte „nicht einen Inch nach Osten“ gehen, dafür können die Vereinigten Staaten von Amerika „eisenharte Garantien“ abgeben, wenn sich Moskau bezüglich der Integration eines vereinten Deutschland nicht quer stellt, so der damalige US-Außenminister James Baker……

Quelle und weiter: https://deutsch.rt.com/meinung/60436-nato-sein-oder-nichtsein-ist/

  1. KHS
    11. November 2017 um 09:13

    SATANS Bütten Prediger……..

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