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Was hat Washington in sechs Jahren Krieg gegen Syrien erreicht?

Ron Paul

Da nun die Niederlage des ISIS in Syrien unmittelbar bevorzustehen scheint und die syrische Armee einige der letzten ISIS-Hochburgen im Osten beseitigt, suchen Washingtons Interventionisten nach neuen Entschuldigungen, um die illegale US-Militärpräsenz im Land aufrechtzuerhalten. Ihre ursprüngliche Begründung für das Eingreifen wurde schon lange als eine weitere Lüge entlarvt.

Erinnern Sie sich daran, dass Präsident Obama anfänglich das US-Militär im Irak und in Syrien eingesetzt hat, „um den Völkermord an den Jesiden zu verhindern“ und versprach, dass die Operation nicht mit „US-Stiefeln am Boden“ verbunden sein würde. Das war vor drei Jahren, und das US-Militär wurde immer stärker einbezogen, während der Kongress sich weiterhin vor seinen verfassungsmäßigen Verpflichtungen drückte. Die Vereinigten Staaten von Amerika bauten sogar Militärbasen in Syrien, obwohl sie dazu keine Erlaubnis hatten! Stellen Sie sich vor, Syrien würde gegen unseren Willen Militärstützpunkte hier in den USA errichten.

Nach sechs Jahren Krieg hat die syrische Regierung ISIS und Al-Qaeda beinahe besiegt, und die von den USA unterstützten „gemäßigten“ Kräfte erwiesen sich als islamistische Extremisten oder kurdische Söldner. Einem kürzlich veröffentlichten Bericht zufolge haben die USA über Osteuropa Waffen im Wert von zwei Milliarden Dollar an Kämpfer in Syrien ausgeliefert. Viele dieser Waffen gelangten direkt in die Hände von ISIS, oder indirekt durch „gemäßigte Rebellen“, die ihre Waffen mitnahmen, während sie sich ISIS oder al-Qaida anschlossen.

„Assad muss gehen“, verkündete Präsident Obama bereits 2011, als er behauptete, dass der syrische Anführer Völkermord an seinem eigenen Volk begangen habe und dass ein Regimewechsel der einzige Weg sei, um die Syrer zu retten. Anfang dieses Jahres, als der östliche Teil von Aleppo vor der Befreiung durch die syrischen Regierung stand, warnten die Neokonservativen, dass Assad einziehen und alle Bewohner töten werde. Sie warnten, die Bevölkerung des östlichen Aleppo werde vor der syrischen Armee fliehen. Aber etwas ganz anderes geschah. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration der UNO kehrten bis August 600.000 Flüchtlinge nach Syrien zurück. Die Hälfte der Rückkehrer ging zurück nach Aleppo, wo uns gesagt wurde, dass Assad darauf wartete, sie zu töten.

Was ist passiert? Die Neokonservativen und „humanitären Interventionisten“ haben gelogen. Genauso wie sie über Libyen, Irak und so weiter gelogen haben.

Von den westlichen Mainstream-Medien weitgehend ignoriert, wurde erst in dieser Woche ein Christ zum Sprecher des syrischen Parlaments gewählt. Der neue Sprecher ist ein 58-jähriger orthodox christlicher Jurist und Mitglied der Baath-Partei von Präsident Assad.

Wie viele Christen hat unser „Verbündeter“ Saudi-Arabien in seinem Parlament? Ach, ich vergaß, Saudi-Arabien hat kein gewähltes Parlament.

Warum scheint es, dass die US-Politik im Mittleren Osten immer am meisten die Christen trifft? Im Irak litten Christen überproportional unter der Invasion der USA im Jahr 2003. Tatsächlich gibt es im Irak kaum noch Christen. Warum fordern nicht mehr christliche Gruppen in den USA, dass die Vereinigten Staaten von Amerika aus dem Mittleren Osten verschwinden?

Die Vereinigten Staaten von Amerika werden nicht von alleine gehen. Da ISIS in Syrien fast besiegt ist, fordern viele in Washington das US-Militär auf, seine illegale Besetzung von Teilen des Landes fortzusetzen, um es vor iranischem Einfluss zu schützen! Natürlich gab es vor den US-Militäraktionen im Irak und in Syrien weit weniger iranischen Einfluss in der Region! Der US-Interventionismus produziert also neue Probleme, die nur durch mehr US-Interventionismus gelöst werden können? Der militärisch-industrielle Komplex hätte sich keinen besseren Plan erträumen können, das amerikanische Volk zu berauben und sich selbst zu bereichern!

Was haben wir in Syrien erreicht? Nichts Gutes.

erschienen am 3. Oktober 2017 auf > Ron Paul Institute for Peace and Prosperity und Antiwar.com

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