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Nordkoreas rationale Nuklearstrategie

Ted Snider

Einführung: Eine Lieblingstaktik der US-Propaganda ist es, einen ausländischen Gegner als „verrückt“ zu bezeichnen, um einen militärischen Angriff zu rechtfertigen – so wie es jetzt mit Nordkoreas Kim Jong-un geschieht, obwohl sein Nuklearprogramm wirklich logisch ist, beobachtet Ted Snider.

Das Etikett „Verrücktheit“, das Amerika Nordkorea anhängt, hat einen großen politischen Nutzen. Erstens färbt es die Interpretation von allem, was Nordkorea tut. Die Vermutung einer rationalen Motivation für unerwünschte Handlungen kann unterbunden werden: die Handlungen gelten als verrückt.

Zweitens wird dadurch das Ziel der Schuldzuweisung klargestellt. Drittens, und das ist am wichtigsten, rechtfertigt sie die Behauptung, rationale Diskussion und Diplomatie seien sinnlos und fehlgeleitet. Da das Regime irrational ist, ist es unfähig, auf die Vernunft zu hören: Der einzige Ansatz, der funktioniert, sind Bedrohungen, militärische Aktionen und Regimewechsel.

Gegner für verrückt zu erklären hat eine lange amerikanische Tradition. Manchmal wurde sogar die Installation eines gefügigen, aber brutalen und wahnsinnigen Diktators als wünschenswert angesehen, da man später – wenn sich Gehorsam zur Unbotmäßigkeitkeit entwickelt hat – mit dem Anbringen des Etiketts „verrückt“ dessen Entfernung rechtfertigen kann. (Denken Sie zum Beispiel an Manuel Noriega [Panama] oder Saddam Hussein [Irak], die amerikanische Unterstützung bekamen, bevor ihr unberechenbares Verhalten sie zu Zielen für einen Regimewechsel machte.)

Vor mehr als einem halben Jahrhundert wurde die Strategie des Wahnsinns von den Briten und Amerikanern im Iran verfeinert. Farbenprächtig malten sie den demokratisch gewählten Mohammad Mossadeq, ihr damals angestrebtes Ziel für einen Regimewechsel, als verrückt, um ihn sowohl für die politische Krise verantwortlich zu machen als auch die Notwendigkeit seiner Ersetzung zu rechtfertigen.

In der Öffentlichkeit kreierten die Medien und Politiker eine ganze Palette von verrückten Attributen, um Mossadeq als Verrückten hinzustellen. Ervand Abrahamian hat in seinem Buch „The Coup“ eine Reihe von ihnen kuratiert: „dem gesunden Menschenverstand gegenüber unempfindlich“, „verwirrt und verzweifelt kurzsichtig“, „von nervöser Instabilität geplagt“, „hoffnungslos irrational“, „exzentrisch“, „hysterisch“, „geistig instabil“ und „verrückt“. Abrahamian sagt, dass Regierungsbeamte ihn häufig mit einem Charakter aus Alice im Wunderland verglichen. Sie präsentierten ein Bild von Mad Hatter (dem verrückten Hutmacher) Mossadeq….

Quelle und weiter: http://antikrieg.com/aktuell/2017_09_28_nordkoreas.htm

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