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Russlands UN-Gesandter im Exklusiv-Interview: Ukraine versucht Minsk-Abkommen zu verschleiern

8. September 2017
Russlands UN-Gesandter im Exklusiv-Interview: Ukraine versucht Minsk-Abkommen zu verschleiern

Herr Nebensja, die russische Delegation bei den Vereinten Nationen beschäftigt sich im Moment mit mehreren dringenden Problemen. Eines davon ist die Krise um Nordkorea, einem Land, das nach eigenen Angaben Wasserstoffbombentests durchgeführt hat. Auf der letzten Sitzung des Sicherheitsrates sagten Sie, dass eine militärische Lösung für die Krise unmöglich ist. Aber glauben Sie wirklich, dass irgendwelche Forderungen nach einer militärischen Lösung über emotionale Ausrufe oder Populismus hinausgehen? Will jemand ernsthaft Krieg?

Ich hoffe, dass das nicht der Fall ist. In der Tat hatten wir gestern eine außerordentliche Sicherheitsratssitzung bezüglich der jüngsten Tests, und jeder verurteilte sie scharf. Das Vorgehen war in der Tat eine eklatante Verletzung aller früheren Resolutionen des Sicherheitsrates zu Nordkorea, einschließlich der neuesten Resolution Nummer 2371, die heute genau einen Monat alt geworden ist. Wissen Sie, ich glaube, dass niemand eine militärische Lösung will. Jeder will, dass die Krise friedlich gelöst wird. Aber das Problem ist, dass die Rezepte sich unterscheiden, die jeder anwenden will. Einige Länder, wie die Vereinigten Staaten, Frankreich, Japan, Großbritannien, Südkorea und andere sagen: ‚Wir müssen neue Sanktionen gegen Nordkorea verhängen, um ihnen die Mittel zu entziehen, ihr Raketentestprogramm für ballistische Atomwaffen zu entwickeln, und um sie wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.‘

Russland ist der Meinung, dass weitere Sanktionen gegen Pjöngjang nicht funktionieren werden. Ich erinnere mich, Wladimir Putin sagte, dass die Nordkoreaner lieber „Gras essen“ würden, als ihr Atomprogramm aufzugeben, richtig? Wie kommen wir aber aus diesem Chaos heraus, wenn weder Aufrufe zur Zurückhaltung noch Sanktionen etwas ändern werden?

Ja, durchaus. Sanktionen funktionieren leider nicht. Erstens werden sie ignoriert, zweitens dauern sie schon lange an und drittens dürfte eine neue Sanktionsetappe keine Einladung an den Verhandlungstisch sein, sondern eher zu neuen und weiteren Tests. Wir betonen die Notwendigkeit einer politischen und diplomatischen Lösung. China und Russland haben bereits im Juli einen Aktionsplan vorgeschlagen, um die Krise mit einer Initiative zu einer beiderseitigen Aussetzung zu lösen, die von der US-Botschafterin bei den UN, Nikki Haley, gestern aber kritisiert wurde. Ich weiß nicht, was sie so beleidigend fand, wie sie es nannte. Wenn sie etwas Besseres hat als die neuen Sanktionen, dann sollten die Vereinigten Staaten mit der Sprache herausrücken. Wir würden es nur begrüßen. Wir würden alle Anstrengungen und Initiativen begrüßen, um einen echten Dialog zu beginnen. Wir haben gestern von den Initiativen der Schweizer gehört und würden die Bemühungen des Generalsekretärs begrüßen. Jeder kann helfen.

Aber wie Sie gesagt haben, sind die USA tatsächlich gegen die von Russland und China vorgeschlagene Strategie. Glauben Sie, es besteht eine echte Chance, dass die US-Amerikaner da mitmachen?

Was ist die Option? Eine militärische Lösung? Diese sollte völlig ausgeschlossen werden, weil die Konsequenzen zu schrecklich sein würden. Sie denken vielleicht, dass es nicht die richtige Zeit dafür ist, aber es ist nie zu früh, um den Prozess einzuleiten…..

Quelle und weiter: https://deutsch.rt.com/meinung/56942-russlands-un-gesandter-im-exklusiv/

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