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Angelsächsische Medien besorgt: USA schießen sich mit Sanktionen ins eigene Bein, Putin profitiert

4. August 2017
Angelsächsische Medien besorgt: USA schießen sich mit Sanktionen ins eigene Bein, Putin profitiert
Die Reaktionen auf die US-Sanktionen, die Donald Trump gestern unterzeichnet hat, sind in den wichtigen EU-Staaten klar negativ. Aber auch in den USA und Großbritannien ist eine Enttäuschung spürbar. Denn Wladimir Putin könnte dabei wieder gewinnen.

von Wladislaw Sankin

Schlagzeilen deutscher Medien wie „Die US-Sanktionen machen Putin noch stärker“ können eigentlich niemanden mehr verwundern. Denn Russland und die EU sitzen spätestens seit der Verhängung der Sanktionen in einem Boot.

Die USA haben Russland den allumfassenden Handelskrieg erklärt, urteilte der russische Premier Dmitri Medwedew. Damit sind die Dinge beim Namen genannt.

In einem echten Krieg sollte man wissen, auf wessen Seite man steht, insbesondere wenn die Gefechte auf dem eigenen Territorium ausgetragen werden. Stellt sich die EU in dieser Angelegenheit auf die Seite Putins oder Trumps? Putin „nervt“ zwar, aber Trump sei „böse“ – um es mit den Worten des US-amerikanischen Sängers Randy Newman auszudrücken. Und dabei sind die schamlosen Sanktionen nicht einmal von dem US-Präsidenten konzipiert und beschlossen worden – er und sein Außenminister Rex Tillerson distanzieren sich von ihnen, soweit es noch geht.

Urheber der Sanktionen ist der US-Kongress, der schon vor drei Jahren den Sanktionskrieg gegen Russland begonnen hat. Damals zog die EU mit. Die Unterstützung der sogenannten Maidan-Revolution in Kiew war in Europa der angesagteste Trend, und wer sich dagegen auflehnte, wurde schnell zum Feind.

Eines vorweg – es wird nicht klappen, die möglichen Gegenmaßnahmen als Anti-Trump-Sanktionen zu verkaufen. Eine allgemeine USA-Skepsis macht sich in Europa breit. Und das macht selbst den Amerikanern und ihrem nächsten Verbündeten, Großbritannien, Angst. Versuche, die eigene Politik zur Vernunft zu bringen, werden auch dort in den Medien immer lauter.

Es ist ein Bumerang-Effekt, der sogar die Stabilität der beschlossenen Sanktionen gefährdet, befürchtete Angela Stent, Professorin der Georgetown-Universität:

Einige europäische Beamte haben gewarnt, dass die EU, wenn die USA diesen Gesetzentwurf weiter durchsetzen würden (zu dem Moment war der Sanktionsentwurf noch nicht beschlossen – Anm. der Red.), ihr eigenes Sanktionsregime, das mit der Administration von Barack Obama sorgfältig erarbeitet wurde, revidieren könnte. Für den Kreml wird das eine gute Nachricht sein“, schreibt Stent im Journal The National Interest, welches der Republikanischen Partei nahe steht.“

Die Kolumnistin des Guardian,Natalie Nougayrède, fällt bei den Reaktionen aus Brüssel, Berlin und Paris nur das Wort „Wut“ ein. Wenn zwei sich streiten, gibt es immer einen lachenden Dritten, und das ist – raten Sie mal – natürlich Putin:

Quelle und weiter: https://deutsch.rt.com/meinung/55160-auch-angelsachsische-medien-merken-usa-verliert-sanktionen-russland-gewinnt/

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