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Kleinrussland: Reintegration der Ukraine durch Donezker Volksrepublik?

26. Juli 2017
Kleinrussland: Reintegration der Ukraine durch Donezker Volksrepublik?
Ein Vorstoß vom Chef der Donezker Volksrepublik, Alexander Sachartschenko, war letzte Woche das Hauptthema bei Ukraine-Gesprächen. Kritik an seinem Projekt Malorossija bekam er auch aus Moskau. Doch, nicht alle hier im Westen haben verstanden, worum es Sachartschenko geht.

von Wladislaw Sankin

Eigentlich bekommen die „Separatistenführer“ – die Vertreter der selbsterklärten Volksrepublik Donezk und Lugansk – in der westlichen Presse nur selten das Wort: Sie werden für gesichtslose „Kreml-Marionetten“ gehalten. Doch, letzte Woche platzte in den Redaktionen eine Bombe, die Alexander Sachartschenko, das Staatsoberhaupt eines nicht anerkannten Staates Volksrepublik Donezk, gezündet hat.

Auf einem kleinen Kongress, einer Konferenz „der Vertreter der Regionen der ehemaligen Ukraine“ am 17. Juli in Donezk, verkündete der in Tarnfarben gekleidete Republiken-Chef das Projekt „Ukraine“ für beendet. Stattdessen proklamierte Sachartschenko die Neubildung eines staatlichen Gebilde namens „Kleinrussland“.

„Ukraine ist gescheiterter Staat“

Das klang neu, obwohl der Name „Malorossija“ (Kleinrussland) seit dem späten Mittelalter für verschiedene Regionen der heutigen Ukraine, zunächst im Westen, danach im Zentrum, gebräuchlich war. Als klassische Zeit der Malorossija und ihrer Identität gilt die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, als der aus damaligem Kleinrussland stammende Schriftsteller Nikolai Gogol, der Autor von „Die toten Seelen“, die Region mit ihren eindrucksvollen Eigenarten als untrennbaren Teil Russlands beschrieb. Die kleinrussische Identität wusste auch der im Jahr 2015 von den ukrainischen Ultranationalisten getötete Historiker und Schriftsteller Oles Buzina zu pflegen.

Auf diese „historischen Prämissen“ baute auch Sachartschenko. Er legte seinen Plan in einer zehnminütigen Rede vor, in der er ihn vor allem aus ideologischer Sicht begründete. Das Ukrainetum hielt er für nationalistisch verseucht und daher für irreparabel. Dieses brächte nur Krieg, Hass, Desintegration und Depopulation mit sich. Der neue Staat dagegen sollte auf Basis der gerechteren sozial-ökonomischen Basis, Freundschaft und Zusammenarbeit entstehen.

In der Vorbemerkung sagte er, dass die Idee nicht neu ist. Diese reife schon lange durch Gespräche mit den Menschen auf dem Gebiet der Rest-Ukraine und den von ihr kontrollierten Gebieten des Donbass heran. Laut Sachartschenko baten diese Menschen ihn, sie in der Ukraine nicht im Stich zu lassen:

Sind wir nicht etwa auch Landsleute?

Quelle und weiter: https://deutsch.rt.com/europa/54673-malorossjia-kleinrussland-reintegration-ukraine-durch-donezker-volksrepublik/

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