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Ein Plädoyer für Trumps Außenpolitik

9. Juni 2017

Das vom einflussreichen Council on Foreign Relations herausgegebene Magazin Foreign Affairs hat ein „Plädoyer für Trumps Außenpolitik“ veröffentlicht.

Die richtigen Leute und die richtigen Positionen

Von Matthew Kroenig
Foreign Affairs, Mai/Juni 2017

Die Berichterstattung der Medien über die Außenpolitik des US-Präsidenten Donald Trump war überwiegend negativ. Die Analysten haben erste Missgriffe bei der schleppenden Besetzung wichtiger sicherheitspolitischer Posten und widersprüchliche Erklärungen und Handlungen Trumps als Beweise dafür angesehen, dass seine Außen- politik zum Scheitern verurteilt sei

Die Kritiker haben vieles falsch verstanden und Trump nicht den Kredit eingeräumt, den er gebraucht hätte. Jetzt hat Trump die Rhetorik seines Wahlkampfes hinter sich gelassen und begonnen, eine Außenpolitik zu betreiben, die den vor den USA liegenden Herausfor- derungen entspricht. Von Barack Obama hat Trump eine völlig zerrüttete internationale Ordnung geerbt das sehr fähige sicherheitspolitisches Team, das er um sich versammelt hat, wird ihm helfen, diese gestörte Ordnung wieder herzustellen. Viele der umstrittenen außenpolitischen Erklärun- gen, die Trump als Präsident abgegeben hat, standen mit der bisherigen US-Außenpolitik im Einklang. Wenn sie davon abwichen, waren sie auf einen notwendigen Wechsel gerichtet.

Es ist zu früh für ein endgültiges Urteil über die neue Trump-Regierung. Aber die jetzt ein- geschlagene Richtung und die Fähigkeit Trumps zu mutigen Entscheidungen, deuten dar- auf hin, dass der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger Recht gehabt haben könnte, als er im Dezember 2016 gegenüber CBS-News äußerte, die Präsidentschaft Trumps könne sich als „eine außer- gewöhnliche Chance“ für die Außenpolitik der USA erweisen.

Das Erbe, das Trump übernommen hat

Wenn wir den Erfolg der Außenpolitik eines Präsidenten beurteilen wollen, müssen wir uns mit der Hinterlassenschaft seines Vorgänger befassen. Da liegt die Latte für Trump sehr niedrig. Die Lage in Europa, Asien und im Mittleren Osten ist heute viel gefährlicher, als sie bei Obamas Amtsantritt im Jahr 2009 war.

Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat Russland die Karte Europas wieder mit vorgehaltener Waffe verändert. Weil der Westen nur äußerst schwach reagiert hat, fährt der russische Präsident Wladimir Putin fort, den USA und ihren NATO-Verbündeten zu drohen und damit die Allianz zu schwächen, um sie auseinanderzubrechen.

Quelle und komplett: http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP09417_090617.pdf 

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