Startseite > Kommentar, Leserbeitrag/tipp, Militärpolitik, Nachrichten, Politik, Rechtslage, Systemkrise > T. Meyssan: Konfrontation im Bilderberg 2017

T. Meyssan: Konfrontation im Bilderberg 2017

8. Juni 2017

Während Präsident Trump seine inländischen Autoritäts-Probleme mehr oder weniger gemeistert zu haben scheint, verlegt sich der Konflikt ins Innere der NATO: Washington ist gegen die Ausnutzung des Terrorismus, während London nicht die Absicht hat, sein wirksames Einfluss-Instrument aufzugeben. Die ursprünglich als Resonanzkörper der Allianz konzipierte Bilderberg-Gruppe wurde nun die Bühne einer schwierigen Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern des Imperialismus im Nahen Osten.

Dieser Artikel wurde am 4. Juni 2017 geschrieben. Er erwähnt also nicht die aktuelle diplomatische Krise im Nahen Osten, auch wenn diese die Hypothesen bestätigt. Beide Lager beginnen sich zu bilden: auf der einen Seite der Katar und das Vereinigte Königreich, bereits offiziell durch den Iran, die Türkei und die Hamas unterstützt; auf der anderen, Saudi Arabien und die Vereinigten Staaten bereits von Bahrain, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel, Libyen (Regierung von Baida), Malediven, Mauritius und dem Jemen (Abdrabbo Mansour Hadi Regierung) unterstützt.

JPEG - 92.7 kB
Es gibt kein Foto der Versammlung der Bilderberg-Gruppe, deren Arbeiten ja vertraulich sind. Die Sicherheit des Treffens wird weder vom FBI, noch von der Polizei von Virginia besorgt, sondern von einer privaten Miliz und direkt von der NATO.
…..

Die Bilderberg-Gruppe entstand im Jahre 1954 durch die CIA und den MI6, um die atlantische Allianz zu unterstützen. Es ging darum, Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Medien mit politischen und militärischen Verantwortungsträgern zusammenzubringen, um die Zivilgesellschaft gegen die „rote Gefahr“ zu sensibilisieren. Weit davon entfernt, ein Ort der Entschlussfassung zu sein, ist dieser sehr exklusive Klub seit immer schon ein Forum, wo die Älteren um Treue zu London und Washington wetteifern mussten und die Jüngeren zeigen mussten, dass man ihnen gegenüber den Sowjets vertrauen konnte [1].

Es war anlässlich der jährlichen Versammlung von 1979, als Bernard Lewis den Anwesenden die Rolle der Muslim-Bruderschaft gegen die afghanische kommunistische Regierung offenbarte. Der britisch-israelisch-US-amerikanische Islamologe hatte damals dort vorgeschlagen, den „Krieg für die Freiheit“ (sic) auf ganz Zentralasien auszuweiten.

Es war im Jahr 2008, d.h. zweieinhalb Jahre im Voraus, als Basma Kodmani (künftige Sprecherin der syrischen Opposition) und Volker Perthes (der künftige Berater von Jeffrey Feltman für die totale und bedingungslose Kapitulation Syriens [2]) dort die volle Bedeutung einer Unterstützung der Muslim-Bruderschaft klar machten, um den Nahen Osten zu beherrschen. Sie betonten die „Moderation“ der Bruderschaft gegenüber dem Westen im Gegensatz zu dem „extremistischen“ Souveränismus des Iran und Syriens [3].

Und im Jahr 2013 plädierte dort der Führer der deutschen Arbeitgeber, Ulrich Grillo, für die Organisation einer Massenmigration von 800.000 syrischen Arbeitern für die deutschen Fabriken [4]…..

Quelle und weiter: http://www.voltairenet.org/article196690.html

%d Bloggern gefällt das: