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Afghanistan: Scheitern oder Erfolg für die USA?

6. Juni 2017
Afghanistan: Scheitern oder Erfolg für die USA?
Vor sechzehn Jahren startete „Operation Enduring Freedom“. Heute liegt Afghanistan in Flammen. Ähnlich geht es Libyen und dem Irak, den anderen Orten der US-geführten ‚Interventionen‘.

Von Neil Clark

Die Gewaltserie in diesem zentralasiatischen Krisenherd ist schlimm: Am Mittwoch explodierte eine Lkw-Bombe in der Nähe der deutschen Botschaft in Kabul und tötete fast 100 Menschen. Am Freitag wurden durch drei getrennte Explosionen während einer Beerdigung in der afghanischen Hauptstadt mindestens sieben Menschen getötet und über hundert verletzt. Dies passierte, nachdem in  der vergangenen Woche tödliche Angriffe im ganzen Land stattfanden, bei denen über fünfzig Menschen ihr Leben verloren.

Afghanistan, damit wir das nicht vergessen, ist der Ort, wo nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 der US-geführte „Krieg gegen den Terror“ mit einer riesigen Fanfare begonnen hat. In das Land musste interveniert werden, um westliche Zivilisten zu schützen. Es war unsere moralische Pflicht, in das Land einzumarschieren und es auf den „richtigen“ Weg zu führen.

Der „Sieg“ wurde im November 2001 verkündet, als die US-unterstützte Northern Alliance Kabul eroberte. Im Dezember desselben Jahres begrüßte der britische Premierminister Tony Blair den Fall von Kandahar, der letzten Taliban-Festung.

Aber im Jahr 2003, als die neokonservativen Hawks in Großbritannien und den USA sich auf den Kampf gegen den säkularisierten Irak konzentrierten, der fälschlicherweise beschuldigt wurde, Massenvernichtungswaffen zu besitzen, begannen die Taliban zurückzuschlagen. Der Konflikt hatte seitdem seine „Höhen und Tiefen“.

Die NATO-Mächte erhöhten zu verschiedenen Zeiten ihre Truppenzahlen, dann zogen sie Teile wieder ab oder kündigten den Abzug an, verschoben diesen und strukturierten die Streitkräfte um.
Heute haben die Taliban, die Ende 2001 eine Niederlage erlitten, entweder die Kontrolle oder einen bedeutenden Stand in etwa 30 bis 50 Prozent des Landes. Der US- / NATO-„Krieg gegen den Terror“ in Afghanistan war ein großer, kostspieliger Misserfolg.

Über 3.400 Koalitionstruppen und über 100.000 Afghanen wurden getötet. Im Jahr 2013 wurde berechnet, dass die Intervention über 37 Milliarden Pfund kostete, was sich auf über 20.000 Pfund für jeden britischen Haushalt beläuft. Zwei Jahre später veröffentlichte der Congressional Research Service einen Bericht, bei dem die Organisation die US-Kosten für den Afghanistan-Krieg auf atemberaubende 686.5 Milliarden US-Dollar berechnet……

Quelle und weiter: https://deutsch.rt.com/meinung/51851-afghanistan-scheitern-oder-erfolg-fur-usa/

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