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Aufmarsch gegen Nordkorea: Nukleare Einsatzdoktrin Pjöngjangs geht auf Libyen-Erfahrung zurück

27. April 2017

Aufmarsch gegen Nordkorea: Nukleare Einsatzdoktrin Pjöngjangs geht auf Libyen-Erfahrung zurück (III)Der Flugzeugträger USS Carl Vinson auf dem Weg von der Philippinischen See nach Nordkorea, 23. April 2017.

Pjöngjangs Atomwaffen dienen der Abschreckung und Abwehr von Aggressionen. Zu diesem Schluss kam bereits 2013 auch der wissenschaftliche Dienst des US-Kongresses (CRS). Die NATO-Aggression gegen Libyen war Nordkorea allerdings eine Lehre.

von Rainer Rupp

Die nuklearen Fähigkeiten Nordkoreas [Demokratische Volksrepublik Korea – DVRK] dienten „mehr der Abschreckung von Angriffen und dem internationalen Ansehen des Staates als der Führung eines Krieges“. Zu diesem Schluss kam im Frühling 2013 der CRS, seines Zeichens der wissenschaftliche Dienst des US-Kongresses.

In seiner viel beachteten Studie über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm fasste dieser unter anderem die gemeinsame Beurteilung aller (!) US-Geheimdienste zusammen, die der Director of National Intelligence, Dennis Blair, in seiner jährlichen Einschätzung der Bedrohungslage (Annual Threat Assessment) vom 31. Januar 2013 dem Geheimdienstausschuss des US-Senats vorgetragen hatte.

Laut dieser gemeinsamen Einschätzung würde Pjöngjang „höchstwahrscheinlich den Einsatz von Atomwaffen nur unter engen Voraussetzungen erwägen“, zitiert der CRS-Bericht den damaligen Chef der Chefs der US-Nachrichtendienste Blair. Demnach gingen die Geheimdienstler nicht davon aus, dass Pjöngjang versuchen würde, Atomwaffen direkt gegen US-Truppen, US-Basen oder amerikanisches Territorium einzusetzen. Es sei denn, dass die nordkoreanische Führung von außen angegriffen und unmittelbar vor einer vernichtenden militärischen Niederlage stehen würde, die den unwiederbringlichen Verlust seiner Kontrolle über das ganze Land zur Folge hätte.

Seither hat sich an der Einschätzung der Lage auf der koreanischen Halbinsel so gut wie nichts geändert. Davon zeugt auch die Aussage von William Perry, des US-Verteidigungsministers unter Präsident Bill Clinton, wonach Nordkorea „niemals als Erster“ angreifen würde. Gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN sagte er im November 2016:

Ich glaube nicht, dass das nordkoreanische Regime selbstmörderisch ist. […] Unprovoziert wird es keinen Atomangriff gegen jemanden starten“, so Perry.

Quelle und weiter: https://deutsch.rt.com/meinung/49767-aufmarsch-gegen-nordkorea-nukleare-einsatzdoktrin/

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