Standard & Poor’s bricht den Stab über deutschen Banken
Die Ratingagentur Standard & Poor’s warnt vor gravierenden Folgen einer Verschärfung der Euro-Schuldenkrise für deutsche Banken. Die “Gewinnaussichten für deutsche Institute sind negativ” und das Rating wird vom Ausmaß der Euro-Krise abhängig gemacht.
Wegen der Angst vor der Pleite eines Euro-Lands wächst derzeit das Misstrauen im Bankensystem. Vor allem Banken aus den hoch verschuldeten Randländern der Währungsunion kommen nur schwer und zu hohen Zinsen an frisches Geld. Viele Investoren misstrauen zunehmend auch Instituten anderer Staaten und verkaufen massenhaft Bankaktien. Deutsche und französische Institute gehören zu den stärksten Gläubigern Griechenlands.
Eine Pleite des Mittelmeerstaats, worüber derzeit in Berlin heftig diskutiert wird, hätte isoliert nach Ansicht von S&P vermutlich keine dramatischen Auswirkungen für die Branche. Entscheidend ist die Frage der Ansteckung. “Ein Ausfall Griechenlands alleine wäre höchstwahrscheinlich für die Banken auch ohne staatliche Hilfe zu verkraften, sofern eine Ausbreitung der Krise vermieden werden kann”, betonte Best.
Vom Ausmaß der Krise hänge es auch ab, ob S&P die Bonität der deutschen Banken herunterstufe. Die Gewinnaussichten seien zwar negativ, aber noch nicht bedrohlich. Das könne sich ändern, wenn sich die Krise verschärfe oder es zu einer Rezession in Deutschland komme, sagte Best. Anders als Rivalen in anderen Euro-Ländern sind die hiesigen Institute bisher um eine Herabstufung herumgekommen.
Die Bonität der französischen Banken Societe Generale und Credit Agricole wurde am Mittwoch von der Ratingagentur Moody’s gesenkt. Grund ist deren vergleichsweise starkes Engagement in Griechenland. S&P-Finanzexperte Best sieht durchaus Ähnlichkeiten bei den Großbanken beider Länder: “Eigenkapital und Refinanzierung sind bei den großen Banken keine besonderen Stärken”, sagte er. “Möglicherweise haben die Marktteilnehmer aber ein größeres Vertrauen in Deutschland und seine Wirtschaftskraft als in Frankreich.”
(Reuters/ekh)
Quelle: http://www.wirtschaftsblatt.at






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